Neben dem „Haus unter den Linden“ bietet Pflegedienst-Unternehmerin Agnes Schnitger in Kloster Oesede nun auch eine „Gute Stube“ für demente Menschen an. Eröffnet wurde das neue Agnes-Schnitger-Haus am 25. November mit einem zünftigen Kartoffelfest. Das Haus an der Glückaufstraße bietet in ambulant betreuten Wohngruppen Platz für 22 Bewohner. Außerdem stehen  in der Tagespflege 18 Plätze für demente Menschen  zur Verfügung.

Der Lebenstraum von dem eigenen Restaurant

„Eigentlich war es schon immer mein Lebenstraum, ein Restaurant zu eröffnen“, erzählt Agnes Schnitger am Tag der Eröffnung ihrer „Guten Stube“. Kochen ist für die dynamische Unternehmerin „ein sehr sinnliches Erlebnis“, besonders an einem schönen Ort wo man sich trifft, um zu verweilen und kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. „Doch wie viel besser ist es, diesen schönen Ort zu haben, wenn einem das Leben entgleitet“, so die Motivation zur Errichtung einer neuen Einrichtung für an Demenz erkrankte Menschen.

Zahlreiche Besucher zur Eröffnung von VivoMea

Mit einem Kartoffelfest zu einem Tag der offenen Tür, zu dem zahlreiche Besucher in das neue Haus kamen, wurde nun die offizielle Eröffnung gefeiert. Nicht nur frische Reibekuchen wurden den Besuchern angeboten. Sie konnten sich gleichzeitig ein Bild vom Wohlfühlambiente machen, das Bewohner und Besucher hier überall umgibt.

Natürlich und folgerichtig nach dem Ausgangsgedanken befindet sich im Zentrum der „Guten Stube“ eine moderne, großräumige Küche, in der die Bewohner – wenn sie es möchten – gemeinsam kochen können. Die Mahlzeiten werden in einem Gemeinschaftsraum eingenommen, der seine besondere Atmosphäre durch die zweckmäßige und wohnliche Möblierung und ein angenehm warmes Lichtkonzept erhält. Als Rückzugsort oder auch für sportliche Aktivitäten, stehen Nebenräume mit hoher Aufenthaltsqualität zur Verfügung. Zum Ausruhen, für Gesprächsrunden und um das Licht der dunklen Jahreszeit noch ein wenig einzufangen, lädt ein großzügiger Wintergarten zum Verweilen ein. „Menschen mit Demenz brauchen viel Licht, das setzt Endorphine frei“, erläutert dazu Agnes Schnitger.

Erinnerungen an den Urlaub soll der Garten hervorrufen, der sowohl für Bewohner als auch für Gäste angelegt wurde. Hier gibt es einen romantischen Pavillon, ein großes Hochbeet, Obststräucher und Obstbäume, die natürlich noch wachsen müssen. Die schöne Anlage verführt zum Spazieren gehen, man kann hier aber auch ganz für sich sein oder einfach noch etwas in der Sonne träumen.

In den beiden Tagespflegen „Unter den Linden” und der „Guten Stube”  möchte Agnes Schnitger mit ihrem Team insbesondere demente Menschen unterstützen, ein echtes, wertvolles Leben zu führen und den sinnlichen Genuss fördern. Gemeinsam engagieren sie sich für ein besseres Leben mit Demenz. „Das schöne Ambiente ist ein Ausdruck der Wertschätzung für das gelebte Leben“, erklärt Agnes Schnitger abschließend, bevor sie sich wieder um Gäste und Bewohner kümmert, die sich an diesem Tag gemeinsam an den leckeren Reibekuchen und an vielen netten Gesprächen freuen.

Die Öffnungszeiten in den Tagespflegen sind von 08:00 – 17:00 von Montag bis Samstag. Bei Nachfrage ist auch eine Betreuung an Sonntagen und Feiertagen möglich. (wl)

Dieser Pressetext und die Fotos stammen von Wolfgang Lau, geschrieben für das Stadtjournal blick-punkt Georgsmarienhütte. Herzlichen Dank, für den schön geschriebenen Text!

Info

Agnes Schnitger und ihr Team arbeiten nach dem sog. Mäeutischen Pflegemodell, das für die Geriatrie und die Betreuung Demenzerkrankter von der Niederländerin Dr. Cora van der Kooij entwickelt wurde. Dabei steht der Mensch mit seinen Beziehungen im Mittelpunkt. Pflegepersonen lernen, sich mit ihrer Erfahrung und mit Hilfe der Instrumente der Mäeutik immer besser in die Lebenswelt der BewohnerInnen einzufühlen, ihre wesentlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und sie in die individuelle Pflege einzubeziehen. Auch das Erleben der MitarbeiterInnen rückt in den Blickpunkt. Zwischen beiden Welten besteht eine Wechselwirkung, die für die Gestaltung positiver Beziehungen zwischen BewohnerInnen und MitarbeiterInnen genutzt wird. So soll gemeinsam von BewohnerInnen, Angehörigen und MitarbeiterInnen ein familiäres Umfeld gestaltet werden, in dem Leben und Arbeiten in Geborgenheit und Zufriedenheit möglich ist.